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Stinkende Stoffwindel?

Stinkende Stoffwindel?

Stinkende Stoffwindel?

Meine Stoffwindeln stinken, was kann ich tun?

Um diese Frage zu beantworten sollte man erst herausfinden, wo die Ursache dafür liegt. 
Was da stinkt ist leicht beantwortet. Es sind Mikroorganismen (Bakterien und Pilze) die sich im Stoff der Windel festgesetzt haben.

Nun stellt sich die Frage: Wo kommen die Mikroorganismen her?

  1. Ausscheidungsreste
  2. Waschmittelreste, auf denen sich Bakterien bilden
  3. Ammoniak, der sich durch zu warme Lagerung bildet
  4. Pilze, die durch mangelnde Trocknung entstehen
  5. Besiedelung in der Waschmaschine

 

1. Ausscheidungsreste, welche nicht ausreichend ausgespült wurden

Es ist wichtig die Windeln gut durchzuspülen um jegliche Stuhl- und Urinreste gänzlich auszuspülen. Die modernen Waschmaschinen waschen oft mit so geringen Wassermengen, dass dies nicht gewährleistet ist.
Der Stoff der 
Stoffwindel ist so konzipiert, dass er möglichst viel Flüssigkeit aufsaugt und möglichst auch hält. Somit benötigt man reichlich Wasser um die Windel auch wirklich durchzuspülen.
Unser Tipp:
Spülen sie die 
Stoffwindel gleich nach der Benutzung im Waschbecken aus. 1-2 Liter Wasser ins Waschbecken einlaufen lassen und die Stoffwindel ausdrücken. Das Wasser ablassen und den Vorgang 1-2x wiederholen.
Gerade bei sehr vollen Nachtwindeln hat sich dies bewährt. Dann wie gewohnt im offenen Windeleimer lagern. So behandelt kann man die Windeln auch trocknen lassen, um sie dann gesammelt zu waschen.

Bei der Wäsche ein Programm wählen, welches einen hohen Wasserstand hat. Evtl. kann man auch Vorwäsche dazu wählen.
Eine Zugabe von Wasser in die Maschine erübrigt sich bei einer solchen "Vorbehandlung".

 

2. Waschmittelreste, auf denen sich Bakterien bilden

Gerne wird viel Waschmittel verwendet um den Schmutz zu entfernen. Leider funktioniert dies nur bedingt. Waschmittelreste verbleiben am Stoff und Bakterien siedeln sich darauf an.
Zudem Kommt es bei seifenhaltigen Waschmitteln in Verbindung mit Kalk zur sogenannten "Kalkseife", welche sich auf die Fasern legen und sie damit verkleben. Dies vermindert die Saugleistung deutlich.
Abhilfe schafft da ein möglichst seifenarmes Waschmittel und
dem Härtegrad ihres Wassers entsprechend Entkalker.
Unser Tipp:
Verwenden sie nur 1/2 bis 1/4 der angegebenen Waschmittelmenge und ausreichend Entkalker.
Eine (seltene) Behandlung mit Sauerstoffbleiche kann hier Abhilfe schaffen. Bitte beachten sie hier die Angaben ihres Stoffwindelherstellers. 

Wichtig! Der Entkalker darf nicht auf Essigbasis oder Zitronensäurebasis sein. Dies schädigt Faser und Gummi. Wir empfehlen Ulrich natürlich Entkalker auf Milchsäurebasis.

 

3. Ammoniak, der sich durch zu warme Lagerung bildet

Ammoniak ist ein beißend riechendes Zerfallsprodukt der Harnsäure im Urin. Dieser natürliche, jedoch unerwünschte, Prozess wird durch Wärme beschleunigt.
Lagern sie deshalb ihre gebrauchten Stoffwindeln kühl und luftig. Vermeiden sie Wärmequellen wie Sonneneinstrahlung, Fußbodenheizung oder warme Räume.
Wenn sie die Stoffwindeln wie in Punkt 1 behandeln wird kein Ammoniak entstehen.
Hat sich bereits Ammoniak gebildet wird man ihn am besten los, indem man die Stoffwindeln mehrmals ohne Waschmittelzusatz ausspült. Eine Behandlung mit Sauerstoffbleich kann ebenfalls Abhilfe schaffen. Bitte beachten sie hier die Angaben ihres Stoffwindelherstellers.

Ammoniak ist stark reizend und kann zu Entzündungen am Po des Babys führen.

 

4. Pilze, die durch mangelnde Trocknung entstehen

Es ist wichtig, die Stoffwindeln vollständig durchzutrocknen, bevor man sie wieder zusammenlegt und verwendet.
Der modrig muffige Geruch der durch Pilze entsteht, ist leicht zu erkennen. Los werden sie diesen bei einer Wäsche ab 60°C.
Bitte beachten sie, dass manche Waschmaschinen die eingestellte Temperatur nicht erreichen.

 

5. Besiedelung in der Waschmaschine, welche auf die gesamte Wäsche übertragen wird

Dieser Punkt wird oft vernachlässigt und ist dabei so wichtig. In der Waschmaschine ist es feucht und warm. Dies ist der ideale Nährboden für Mikroorganismen. Daher sollten sie regelmäßig mit der Maschine auf 90°C waschen und nach der Wäsche die Gummidichtung des Bullauges, sowie das Waschmittelfach reinigen. Nach jeder Wäsche soll das Bullauge und das Waschmittelfach offen bleiben.
Eine regelmäßige Pflege mit einem Waschmaschinenreiniger (erhältlich in der Drogerie) reduziert auch im Innenraum der Waschmaschine die Keime.
Dies ist auch ohne der Verwendung von Stoffwindeln sinnvoll.

 

Zusammenfassung:

  • waschen sie die Stoffwindeln nach der Benutzung aus
  • lagern sie die ausgewaschenen Stoffwindeln kühl im offenen Windeleimer, die Stoffwindeln dürfen sie auch trocknen lassen
  • Unser Tipp: erst kurz vor der Wäsche Flecken behandeln, da es ansonsten zu Schädigung von Stoff und Gummi kommen kann
  • Waschen sie die Stoffwindeln mit reichlich Wasser und wenig Waschmittel
  • lassen sie die Stoffwindeln nach der Wäsche vollständig durchtrocknen